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Was ist Isomaltulose? Aufbau, Verdauung und Einsatz im Sport

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Isomaltulose, auch unter dem Handelsnamen Palatinose bekannt, ist ein Zweifachzucker aus Glucose und Fructose – aus denselben zwei Bausteinen also wie gewöhnlicher Haushaltszucker. Der Unterschied liegt allein darin, wie die beiden miteinander verbunden sind. Diese eine Bindung entscheidet darüber, wie schnell der Körper den Zucker zerlegen kann. Dieser Beitrag erklärt, woher Isomaltulose kommt, wie sie verdaut wird, worin sie sich von Isomalt und Isomaltose unterscheidet und worauf man beim Einsatz im Sport achten sollte.

Was ist Isomaltulose?

Chemisch gehört Isomaltulose zu den Disacchariden, den Zweifachzuckern. Wie sich Einfach-, Zweifach-, Mehrfach- und Vielfachzucker unterscheiden, zeigt unser Beitrag Kohlenhydrate: Einfachzucker, Zweifachzucker, Mehrfachzucker und Vielfachzucker.

In der Natur kommt Isomaltulose nur in kleinen Mengen vor, etwa in Honig und in Zuckerrohrsaft. Für Lebensmittel wird sie aus Haushaltszucker gewonnen: Ein Enzym löst die Bindung zwischen Glucose und Fructose und knüpft sie an einer anderen Stelle neu. Die Bausteine bleiben dieselben, nur ihre Anordnung ändert sich.

Haushaltszucker (Saccharose) Isomaltulose
BausteineGlucose und FructoseGlucose und Fructose
Verknüpfung1,2-glykosidisch1,6-glykosidisch
SüßkraftBezugsgrößeetwa halb so süß
Energie4 kcal je Gramm4 kcal je Gramm
Spaltung im Dünndarmschnelldeutlich langsamer
Nährwerttabelle„davon Zucker“„davon Zucker“

Im Geschmack ist Isomaltulose milder als Haushaltszucker und hinterlässt keinen Nachgeschmack. In der EU ist sie seit 2005 als neuartiges Lebensmittel zugelassen.

Isomaltulose, Palatinose, Isomalt, Isomaltose – was ist was?

Die vier Begriffe klingen fast gleich und werden oft verwechselt. Gemeint sind aber drei verschiedene Stoffe:

Begriff Was es ist Kennzeichen
IsomaltuloseZweifachzucker aus Glucose und Fructosezählt als Zucker, 4 kcal je Gramm
PalatinoseHandelsname für Isomaltulosederselbe Stoff
IsomaltZuckeraustauschstoff (E 953), ein Zuckeralkohol, hergestellt aus Isomaltulose2,4 kcal je Gramm, kann in größeren Mengen abführend wirken
IsomaltoseZweifachzucker aus zwei Glucose-Bausteinenentsteht beim Abbau von Stärke, hat mit Isomaltulose nur den Namen gemein

Die Verwechslung mit Isomalt hat praktische Folgen. Isomalt ist ein Zuckeralkohol, den der Dünndarm nur zum Teil aufnimmt. Der Rest gelangt in den Dickdarm und kann dort in größeren Mengen Blähungen und Durchfall auslösen. Isomaltulose dagegen ist ein vollständig verdaulicher Zucker.

Wie wird Isomaltulose verdaut?

Aufnehmen kann der Körper nur Einfachzucker. Jeder Zweifachzucker muss deshalb im Dünndarm erst in seine zwei Bausteine gespalten werden. Bei Haushaltszucker geht das sehr schnell. Die Bindung der Isomaltulose löst dasselbe Enzym ebenfalls, aber deutlich langsamer. Glucose und Fructose werden dadurch nicht auf einmal frei, sondern nach und nach über einen längeren Zeitraum.

Langsamer heißt dabei nicht weniger: Isomaltulose ist kein Ballaststoff und kein Süßstoff, sondern selbst ein Zucker, der vollständig aufgenommen wird und genauso viel Energie liefert wie Haushaltszucker.

Isomaltulose im Sport

Für längere Ausdauereinheiten sind Kohlenhydrate die wichtigste Energiequelle. Isomaltulose ist eine von mehreren möglichen Quellen, neben Glucose, Maltodextrin oder Haushaltszucker. Was sie unterscheidet, ist der zeitliche Verlauf: Die Bausteine stehen später und verteilter zur Verfügung als bei Glucose.

Daraus ergibt sich, wie Isomaltulose üblicherweise eingesetzt wird:

  • Vor dem Training oder zu Beginn einer längeren Einheit, wenn keine sofort verfügbare Energie gebraucht wird.
  • In Kombination mit schneller verfügbaren Kohlenhydraten wie Maltodextrin, um beide Verläufe zu mischen.
  • In Getränken, die weniger süß schmecken sollen: Weil Isomaltulose nur etwa halb so süß ist, bleibt ein Getränk mit derselben Kohlenhydratmenge milder.

Wer mitten in einer intensiven Belastung schnell Energie braucht, greift dagegen eher zu Glucose oder Maltodextrin. Ob Isomaltulose die Leistung verbessert, lässt sich aus der bisherigen Studienlage nicht einheitlich ablesen. Für eine solche Aussage gibt es auch keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe.

Isomaltulose in der Nährwerttabelle

Auf der Verpackung taucht Isomaltulose unter „Kohlenhydrate“ und dort unter „davon Zucker“ auf, mit 4 kcal je Gramm. Ein Produkt, das Isomaltulose enthält, darf deshalb nicht als „zuckerfrei“ beworben werden.

Zusätzlich schreibt die Zulassung einen Hinweis vor: Auf Lebensmitteln mit Isomaltulose muss stehen, dass Isomaltulose eine Glucose- und Fructosequelle ist. Das ist für Menschen wichtig, die Fructose nicht vertragen.

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Häufige Fragen

Ist Isomaltulose dasselbe wie Palatinose?

Ja. Palatinose ist ein Handelsname für Isomaltulose, chemisch ist es derselbe Stoff: ein Zweifachzucker aus Glucose und Fructose. Nicht verwechseln sollte man sie mit Isomalt, einem Zuckeraustauschstoff, und mit Isomaltose, einem Zweifachzucker aus zwei Glucose-Bausteinen.

Ist Isomaltulose schädlich?

Isomaltulose ist in der EU seit 2005 als neuartiges Lebensmittel zugelassen und wurde dafür auf ihre Sicherheit geprüft. Ernährungsphysiologisch ist sie ein Zucker: Sie liefert 4 kcal je Gramm wie Haushaltszucker und zählt in der Nährwerttabelle zu „davon Zucker“. Für sie gilt deshalb dasselbe wie für Zucker allgemein – entscheidend ist die Menge.

Kann Isomaltulose Durchfall verursachen?

Isomaltulose wird im Dünndarm vollständig gespalten und aufgenommen. Anders als Zuckeralkohole wie Isomalt gelangt sie deshalb normalerweise nicht in den Dickdarm, wo unverdaute Kohlenhydrate Blähungen und Durchfall auslösen. Sehr große Mengen auf einmal können trotzdem auf den Magen schlagen, wie bei jedem konzentrierten Zuckergetränk. Wer schon bei kleinen Mengen Beschwerden bekommt, sollte das ärztlich abklären lassen.

Für wen ist Isomaltulose nicht geeignet?

Menschen mit hereditärer Fructoseintoleranz müssen Isomaltulose meiden, weil bei ihrer Verdauung Fructose frei wird. Ebenfalls ungeeignet ist sie bei einem angeborenen Saccharase-Isomaltase-Mangel, bei dem das spaltende Enzym fehlt. Menschen mit Diabetes berücksichtigen Isomaltulose wie jeden anderen Zucker in ihrer Planung und halten im Zweifel ärztlich Rücksprache.

Ist Isomaltulose ein Zuckerersatz?

Nein, auch wenn sie oft so bezeichnet wird. Isomaltulose ist selbst ein Zucker, mit demselben Energiegehalt wie Haushaltszucker. Sie kann Haushaltszucker in Getränken und Rezepten ersetzen, ist dabei aber nur etwa halb so süß. Zuckeraustauschstoffe im rechtlichen Sinn sind Zuckeralkohole wie Isomalt, Xylit oder Erythrit.

Wie viel Isomaltulose nimmt man beim Sport?

Eine eigene Empfehlung speziell für Isomaltulose gibt es nicht. Allgemeine Empfehlungen der Sporternährung nennen für Belastungen von etwa einer bis zweieinhalb Stunden 30 bis 60 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde, gleich aus welcher Quelle. Isomaltulose kann einen Teil davon liefern. Wer sie zum ersten Mal nutzt, probiert die Menge besser im Training aus als im Wettkampf.

Kurz zusammengefasst

Isomaltulose ist ein Zweifachzucker aus Glucose und Fructose, genau wie Haushaltszucker – nur anders verknüpft. Deshalb spaltet der Dünndarm sie langsamer, und die Bausteine gelangen verteilter ins Blut. Sie liefert dieselbe Energie wie Haushaltszucker, ist etwa halb so süß und zählt in der Nährwerttabelle als Zucker. Mit Isomalt, einem Zuckeralkohol, und Isomaltose hat sie nur den ähnlichen Namen gemein. Meiden müssen sie Menschen mit hereditärer Fructoseintoleranz.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung.

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