Seit Mitte des letzten Jahrhunderts ist der Fettverzehr beständig angestiegen
und zur Zeit liegt er bei etwa 130 g/Tag. Dies ist eindeutig zu hoch und die Deutsche
Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt einen Fettkonsum von etwa 60 bis 80g/Tag. Fette (Lipide) sind von ihrer chemischen Zusammensetzung her eine unterschiedlich
aufgebaute Stoffklasse. Sie haben alle eine schlechte Wasser-löslichkeit gemeinsam
(hydrophob). Jedoch lösen sie sich gut in organischen Lösungs-mitteln wie Benzol,
Äther und Chloroform (lipophil).
Fette haben folgende Funktionen:
|
Organfett umgibt die Organe und hält sie in ihrer Stellung.
Es hat eine größere
Festigkeit als Depotfett und wird sogar bei längerem Energiemangel nicht ganz
abgebaut. |
|
Depotfett dient als Energiereserve, schützt vor Auskühlung als Unterhautfettgewebe
und dient als Polsterung (Po, Fußsohlen,...). |
|
Nervenbaustein 40 % (Trockengewicht) unseres Nervensystems besteht aus
Fetten. |
|
Trägersubstanz für fettlösliche Vitamine. |
|
Zellbaustein für die Zellmembranen (worin auch Cholesterin vorkommt). |
Es werden bei den Fetten einfach und mehrfach ungesättigte,
sowie gesättigte Fettsäuren
unterschieden und die biologischen Eigenschaften der Fette sind von der Art der
Fettsäuren abhängig. Auch wird zwischen kurzkettigen, mittelkettigen (z.B. MCT-Öl) und langkettigen Fettsäuren unterschieden. In tierischen Fetten findet
man
gesättigte Fettsäuren und in kaltgepressten Pflanzenölen und Fischölen sind ungesättigte
Fettsäuren enthalten. Ungesättigte Fettsäuren haben die Eigenschaft den Cholesterinspiegel
zu senken.
Der Bedarf an Fett beträgt etwa 1g/kg Körpernormalgewicht, wobei dieses Fett zum
Teil aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren bestehen sollte.
Unser Blutserum sollte normalerweise folgende Konzentrationen aufweisen:
Freie Fettsäuren 14-22 mg/100ml Blutserum
Cholesterin 150-220 mg/100ml Blutserum
Phosphoglyceride 160-250 mg/100ml Blutserum
Triglyceride 50-150 mg/100ml Blutserum
Die Aufgabe des Fetttransportes im Blut übernehmen die sogenannten Lipoproteine,
welche in der Leber und im Darm gebildet werden. Die Lipoproteine sind variable
Verbindungen aus Proteinen und Fettsäuren.
Es werden folgende Lipoproteine unterschieden:
HDL (high density lipoprotein), welches in der Leber gebildet wird
Hat den höchsten Gehalt an Proteinen
Cholesterintransporter (ist in der Lage Cholesterin aus Zellen und Lipoproteinen
aufzunehmen und zur Leber zu transportieren)
Verhindert Gefäßverkalkung
LDL (low density lipoprotein)
Abbauprodukt von VLDL
Hat den höchsten Gehalt an Cholesterin (45 %)
Bei hoher Konzentration von LDL wird die Cholesterinbildung gehemmt
VLDL (very low density lipoprotein), welches in der Leber gebildet wird
LDL entsteht, wenn VLDL Triglyceride abgibt und Proteine aufnimmt
Für den Transport der Fettsäuren aus den Zellen sorgen sogenannte
Chylomikronen,
welche in der Darmschleimhaut gebildet werden
Um ein wenig Klarheit in die teilweise etwas verworrene und teilweise mit Panik
behaftete Cholesterinthematik zu bringen folgt nun noch eine Erläuterung zu:
Cholesterin wird zum einen direkt mit der Nahrung aufgenommen (ca. 850 mg/Tag),
doch ist auch die Leber zur Herstellung von Cholesterin in der Lage (ca. 250
mg/Tag).
Cholesterin dient als erforderliche Bausubstanz für die Zellmembranen und ist
auch Grundbaustein für die körpereigene Herstellung von sämtlichen Nebennieren-
und Geschlechtshormonen. Etwa 1 g Cholesterin wird pro Tag in der Leber in Gallensäure
umgewandelt, welche für die Fettaufnahme im Dünndarm notwendig ist. Ein Großteil
dieser Gallensäure wird im Darm wieder aufgenommen und der Leber wieder zugeführt.
Es findet keine Ausscheidung der Gallensäure statt. Das ist äußerst wichtig, da
die optimale Rückführung der Gallensäure in die Leber auch verantwortlich dafür
ist, dass die körpereigene Cholesterinherstellung im normalen Bereich bleibt.
Wenn nur wenig Gallensäure vom Darm zur Leber zurücktransportiert wird, steigt
dort die körpereigene Cholesterinproduktion an. Da der wesentlichere Cholesterinanteil
im Körper von der Menge des Nahrungscholesterins abhängt, lässt sich über eine
reduzierte Zufuhr von Nahrungscholesterin der Spiegel im Blutplasma entsprechend
senken.
Wenn Sie jedoch Ihrem Körper täglich 100mg Cholesterin mehr zuführen als normal,
resultiert daraus eine Erhöhung des Cholesterinspiegels im Blutplasma um etwa
5mg/100ml Blutplasma. Der Normalwert für Cholesterin liegt zwischen 150-220mg/100ml
und eine Erhöhung des Cholesterinspiegels ist eine weit verbreitete Ursache für
koronare Herzkrankheiten. Wenn der LDL-Cholesterinspiegel über 200 mg/100ml
Blut liegt, spricht man von einer sogenannten Polygenen Hyper-cholesterinämie,
die vor allem aus Ernährungsfehlern resultiert. Um den Cholesterinspiegel zu senken,
gilt es vor allem, die Zufuhr tierischer Fette (ge-sättigte Fettsäuren) zu vermindern.
Diese erhöhen nämlich die Cholesterin-herstellung in der Leber. Einfach und mehrfach
ungesättigte Fettsäuren können gefahrlos beibehalten werden. Empfehlenswert ist
hierzu eine Umstellung der Ernährung auf mehr pflanzliche Produkte, was durch
die enthaltenen Ballaststoffe eine verbesserte Verdauung bewirkt.
|